Mein Umgang mit anderen Menschen
Jeder hat so seine Art, mit Menschen umzugehen. Ich werde niemals behaupten, dass meine Art, dies zu tun, die beste ist, aber vielleicht inspiriert sie andere dazu, mal ein wenig zu überprüfen, was sie selber machen.
Menschen, die ich noch nicht kenne, begegne ich offen mit Freundlichkeit und einem gewissen Grundrespekt. Es freut die meisten Menschen sehr, wenn sie erstmal in ein lächelndes Gesicht blicken. Größtenteils erkenne ich schnell, wie mein Gegenüber drauf ist, und passe mich dem leicht an, damit die Kommunikation leichter laufen kann und das Verstehen erhöht wird.
Ganz wichtig ist, dass ich keine Unterschiede mache. Es ist mir vollkommen egal, ob es ein Mann, eine Frau, ein Kind oder etwas anderes ist. Die Ethnie, Hautfarbe, Sexualität, Religion, politische Ausrichtung, nichts davon spielt eine Rolle. Mich interessiert nur der Mensch, der vor mir steht. Und das hat seine Wirkung.
Dadurch, dass ich mein Gegenüber nicht bewerte und auch nicht kategorisiere, merke ich, dass die Leute auch mir gegenüber erstmal offenbleiben. Damit ist eine Grundlage für eine sehr gute Kommunikation geschaffen.
Natürlich passiert es manchmal, dass jemand im Gespräch versucht, einen Gesinnungscheck mit mir zu machen, aber erstens passiert mir das extrem selten und zweitens geht das eh ins Leere, da ich wie oben beschrieben selbst keine Seiten wähle.
Jetzt höre ich viele sagen: „Aber du bist ja selbst zumindest weiß und ein Mann, das können andere doch sofort erkennen.“ Das stimmt, aber viele Personen sind genau deswegen auch überrascht, wie offen ich ihnen begegne, was sie halt überhaupt nicht erwarten und das lässt viele ihrer Vorurteile sofort erstmal über die Brücke springen.
Natürlich habe ich auch mal einen schlechten Tag (so alle paar Monate mal einen) und trotzdem gebe ich mein Bestes, andere nicht damit zu belästigen. Was können die auch schon dafür, dass mein Tag scheiße ist? Ich reiße mich zusammen und bleibe offen und freundlich, so gut es geht. Nichts ist dämlicher, als jemand, der dich anmacht, weil er einen schlechten Tag hat. Das würde mir nicht gefallen und deswegen gebe ich so etwas auch nicht weiter.
Wenn man Menschen begegnet, die man kennt, hat man einen Vorteil und ein Problem. Man kennt den Menschen und man weiß, wie er tickt. Das ist sehr gut, um speziell auf ihn einzugehen. Aber es birgt auch ein Problem.
Mir fällt es sehr stark auf, wie Freunde oder Bekannte sich verändern und ich sehe auch, dass viele Menschen diese Beobachtung NICHT machen können. Warum ist das so? Wenn ich einen Bekannten treffe, weiß ich zwar, wie er tickt, was meinen Umgang mit ihm erleichtert, was ich aber nicht tue, ist zu denken, dass ich ihn absolut und vollständig kenne. Ich versuche immer, offen dafür zu bleiben, wie die Person gerade drauf ist und wie sie sich jetzt verhält.
Das, was die meisten Menschen machen, ist alle ihre Erfahrungen, die sie mit dieser Person gehabt haben, wie eine Schablone auf diese Person zu pressen. Sie beobachten nicht, wie ihr Gegenüber gerade ist, sie behandeln ihn so, wie sie ihn schon immer kennen und dies führt von Missverständnissen über Streit bis hin zu emotionalen Ausbrüchen.
Wenn man immer davon ausgeht, dass man sein Gegenüber nicht vollständig kennt und bereit ist, neue Dinge bei der Person (bzw. dem Partner) zu entdecken, dann kann man ihn wirklich so erleben, wie er ist und nicht so, wie man ihn schon kennt. Das ist frisch, neu und belebend für jede Beziehung, die du mit einem Menschen haben kannst.
Ich entdecke so oft neue Dinge an Menschen oder merke, wie sie sich verändert haben. Es ist einfach schön, so erleben zu können.
Der Oktalbär hat dich lieb.